Vorsicht! »Bio«-Kleidung
Der Begriff »Bio« ist für Kleidungs-stücke gesetzlich nicht geschützt.
Die Begriffe »Bio« und »Öko« sind in der Kleidungs- und Textilindustrie gesetzlich nicht geschützt und besitzen daher keinerlei Aussagekraft. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für die Bio-Kennzeichnung gefertigter Kleidung und Textilien.
Umso wichtiger ist es daher, beim Kleidungskauf auf anerkannte Gütesiegel zu achten. Anerkannte Gütezeichen garantieren Ihnen beispielsweise das Verbot gentechnisch veränderter Baumwolle und giftiger Schadstoffe sowie die Einhaltung ethischer Standards.
Der Begriff »Bio«-Baumwolle ist dagegen gesetzlich abgesichert.
Im Gegensatz zum Endprodukt, dem Kleidungsstück, greifen die gesetzlich geschützten Begriffe »Bio« und »Öko« nur für die Ausgangsstoffe der Kleidung.
Das bedeutet, dass die Begriffe »Bio« und »Öko« für die Ausgangsstoffe wie Baumwolle, Hanf und Leinen gesetzlich geschützt sind. Das hat seinen Grund darin, dass Stoffe wie Baumwolle landwirtschaftliche Rohstoffe sind, die − analog zu den landwirtschaftlichen Rohstoffen für Lebensmittelprodukte − den gesetzlichen Vorschriften der EU-Öko-Verordnung entsprechen müssen.
Die Bezeichnung »Bio«-Baumwolle darf folglich nur an Baumwolle vergeben werden, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erwirtschaftet wurde. Dies kontrolliert eine unabhängige Zertifizierungsstelle mindestens einmal jährlich vor Ort. Variationen der gesetzlich erlaubten Wortwahl finden Sie unter
gesetzlich geschützte Begriffe.
Vorsicht beim Begriff »nachhaltige« Baumwolle!
Vorsicht ist geboten, wenn Formulierungen nicht eines der Wörter »Bio« oder »Öko« enhalten. Begriffe wie »nachhaltige Baumwolle« oder »Baumwolle aus kontrolliertem Anbau« besitzen keinerlei Aussagekraft. Es handelt sich nicht um Bio-Baumwolle sondern um Baumwolle aus konventionellem Anbau.
Variationen der Greenwashing-Formulierungen, die gesetzlich nicht geschützt sind, finden Sie unter Greenwashing-Begriffe.
Ursprünglich stammt die Baumwolle aus den warmen und feuchten Tropen. Heute wird sie hauptsächlich in Trockengebieten angebaut, denn Regen wäre bei der Ernte der Baumwolle äußerst ungünstig. Die weiße Watte würde sich mit Wasser voll saugen und in kurzer Zeit verfaulen.
Virtuelles Wasser entspricht derjenigen Wassermenge, die zur Herstellung eines Produkts verbraucht wird. Beispielsweise werden im Laufe der Herstellung eines einzelnen T-Shirt bis zu 2.000 Liter Wasser benötigt. Das entspricht einer Wassermenge von mehr als zehn gefüllten Badewannen.
Siegel, die in dieser Rubrik dargestellt sind, überprüfen die gesamte textile Produktionskette − vom Anbau bis zum fertigen Kleidungsstück.
Naturtextil IVN zertifiziert Best− Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN)

Global Organic Textile Standard (GOTS) − International Working Group on Global Organic Textile Standard
Labelstufe 1
Besonders in der Textilindustrie herrschen harte Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern. Die Arbeiterinnen und Arbeiter leben und arbeiten unter menschenunwürdigen
Im Jahr 1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair e.V. seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Baumwoll-Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen durch den fairen Handel zu verbessern. Der Standard definiert und fördert hohe ethische Anforderungen an nachhaltig und fair produzierte Baumwolle. Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern ist lediglich für die Vergabe des Fairtrade-Siegels zuständig.

Das EU-Bio-Siegel stellt den gesetzlichen Mindeststandard für biologisch erzeugte Lebensmittel und andere landwirtschaftliche Rohfasern wie Baumwolle und Schafswolle dar. Die Kriterien des EU-Bio-Siegels − auch bekannt als »Euro-Blatt« − gehen über den gesetzlichen Standard der konventionellen Landwirtschaft hinaus.
Der Öko-Tex Standard 100 wurde im Jahr 1992 als humanökologisches Label eingeführt. Das bekannte Siegel prüft das fertige Kleidungsstück hinsichtlich der enthaltenen Schadstoffe. Bezüglich des Anbaus und der Verarbeitung der Textilfasern stellt es keine Anforderungen.