Kleidung und Textilien

Vorsicht! »Bio«-Kleidung

Der Begriff »Bio« ist für Kleidungs-stücke gesetzlich nicht geschützt.

Die Begriffe »Bio« und »Öko« sind in der Kleidungs- und Textilindustrie gesetzlich nicht geschützt und besitzen daher keinerlei Aussagekraft. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für die Bio-Kennzeichnung gefertigter Kleidung und Textilien.

Umso wichtiger ist es daher, beim Kleidungskauf auf anerkannte Gütesiegel zu achten. Anerkannte Gütezeichen garantieren Ihnen beispielsweise das Verbot gentechnisch veränderter Baumwolle und giftiger Schadstoffe sowie die Einhaltung ethischer Standards.

Der Begriff »Bio«-Baumwolle ist dagegen gesetzlich abgesichert.

Im Gegensatz zum Endprodukt, dem Kleidungsstück, greifen die gesetzlich geschützten Begriffe »Bio« und »Öko« nur für die Ausgangsstoffe der Kleidung.
Das bedeutet, dass die Begriffe »Bio« und »Öko« für die Ausgangsstoffe wie Baumwolle, Hanf und Leinen gesetzlich geschützt sind. Das hat seinen Grund darin, dass Stoffe wie Baumwolle landwirtschaftliche Rohstoffe sind, die − analog zu den landwirtschaftlichen Rohstoffen für Lebensmittelprodukte − den gesetzlichen Vorschriften der EU-Öko-Verordnung entsprechen müssen.

Die Bezeichnung »Bio«-Baumwolle darf folglich nur an Baumwolle vergeben werden, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erwirtschaftet wurde. Dies kontrolliert eine unabhängige Zertifizierungsstelle mindestens einmal jährlich vor Ort. Variationen der gesetzlich erlaubten Wortwahl finden Sie unter
gesetzlich geschützte Begriffe.

 

Vorsicht beim Begriff »nachhaltige« Baumwolle!

Vorsicht ist geboten, wenn Formulierungen nicht eines der Wörter »Bio« oder »Öko« enhalten. Begriffe wie »nachhaltige Baumwolle« oder »Baumwolle aus kontrolliertem Anbau« besitzen keinerlei Aussagekraft. Es handelt sich nicht um Bio-Baumwolle sondern um Baumwolle aus konventionellem Anbau.

Variationen der Greenwashing-Formulierungen, die gesetzlich nicht geschützt sind, finden Sie unter Greenwashing-Begriffe.

Der virtuelle Wasserverbrauch für Baumwolle

Ursprünglich stammt die Baumwolle aus den warmen und feuchten Tropen. Heute wird sie hauptsächlich in Trockengebieten angebaut, denn Regen wäre bei der Ernte der Baumwolle äußerst ungünstig. Die weiße Watte würde sich mit Wasser voll saugen und in kurzer Zeit verfaulen.

Auch wenn die Baumwollpflanze in trockenen Gebieten angepflanzt wird, ist sie sehr durstig. Über die Hälfte der weltweiten Baumwollanbauflächen müssen künstlich bewässert werden. Etwa sechs Prozent des globalen Süßwasserverbrauchs werden allein für den Anbau der Baumwolle verbraucht.

Der Baumwollanbau trocknet den Aralsee aus.

Die dramatischen Folgen der künstlichen Bewässerung zeigt die Geschichte des Aralsees. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich das einstige Meer zu einer Sand- und Salzwüste entwickelt, weil die Zuflüsse des Aralsees vor allem für den Baumwollanbau umgeleitet wurden. Millionen von Menschen verloren ihre Lebensgrundlage und waren gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Diese und weitere Informationen finden Sie im Magazin Nr. 62 »Im Namen der Mode« (Juli 2012) der Münchner Stadtgespräche.

 

Virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser entspricht derjenigen Wassermenge, die zur Herstellung eines Produkts verbraucht wird. Beispielsweise werden im Laufe der Herstellung eines einzelnen T-Shirt bis zu 2.000 Liter Wasser benötigt. Das entspricht einer Wassermenge von mehr als zehn gefüllten Badewannen.

Durch den Einkauf von Kleidung in Deutschland wird folglich virtuelles Wasser im Erzeugerland verbraucht. Da die wasserintensive Baumwolle häufig in trockenen Gebieten angebaut wird, hat unser T-Shirt-Einkauf in Deutschland Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen im Erzeugerland. Weitere Informationen zum virtuellen Wasser finden Sie unter Virtuelles Wasser.de.

Gute Alternativen zu Baumwolle sind Bio-Hanf und Bio-Leinen.

Hanf und Leinen sind robuste Pflanzen, die mit wenig Wasser, kargen Böden und den Klimata in Mitteleuropa auskommen. Bevorzugen Sie Hanf- und Leinen-Kleidungsstücke aus ökologischer Landwirtschaft, um den Wasserverbauch in Produktionsländern zu minimieren und die Umwelt und die Menschen zu schützen.

Bio-Siegel fordern keine Richtlinien bezüglich des Wasserverbrauches zur Herstellung von Bio-Produkten ein. Dies sollte zukünftig unbedingt in den Siegel-Vergabekriterien beachtet werden. Dennoch werden die Wasserressourcen beispielsweise durch sparsame Tröpfchenbewässerung geschont. Achten Sie auf zertifizierte Kleidung mit Siegeln der gesamten textilen Produktionskette.

Die Jeans-Produktion und ihre ethischen Auswirkungen

Die hervorragende NDR-Dokumentation »Der Preis der Blue Jeans« aus dem Jahr 2012 zeigt bis heute gültige Fakten. Sehen Sie hier die Kurzzusammenfassung (8:07 min):

Unsere Jeans sollen modisch sein und vor allem günstig. Leidtragende sind dabei die Arbeiter und die Natur in Billiglohnländern wie China. Sie tragen die Kosten der herkömmlichen Jeansproduktion.

Aber es geht auch anders:

GET CHANGED The Fair Fashion Network stellt in ihrem »Good Jeans Guide« Firmen vor, die großen Wert auf Arbeiterrechte und Umweltschutz in der Jeansproduktion legen. Bevorzugen Sie umweltfreundliche Kleidung. Diese und weitere Informationen zu umweltfreundlicher Kleidung finden Sie im Beitrag Gut informiert ist halb gewonnen

Einkaufstipps − Ihr einfacher Weg zum öko-fairen Kleidungsstück

Einkaufstipps, mit denen Sie schnell an Ihr öko-faires Kleidungsstück kommen:

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  • Bevorzugen Sie helle oder naturfarbene Textilien, da diese weniger mit Farbstoffen belastet sind. Textilien mit dem Pflegehinweis »separat waschen« oder »fade out« enthalten besonders viele lose Farbstoffe.
  • Vermeiden Sie Textilien mit Hinweisen wie »bügelfrei«, »schmutzabweisend« oder »antibakteriell«. Solch zusätzliche Eigenschaften sind ein Hinweis auf zusätzliche umwelt- und gesundheitsbelastende Chemikalien im Kleidungsstück.
  • Bevorzugen Sie dunkelblaue Jeans anstelle gebleichter Hosen oder Jeans im used-look. Auf diese Weise umgehen Sie das gesundheitsschädliche Sandstrahlen und umweltschädigende Techniken der Bleichung.
  • Achten Sie auf das Etikett im Kleidungsstück: Zwar sind die Chemikalien, die beim herkömmlichen Anbau und der Weiterverarbeitung in die Faser gelangen, nicht kennzeichnungspflichtig. Dennoch können Sie erkennen, welche Rohstoffe im Kleidungsstück stecken und zu wie viel Prozent diese aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. Tierhaltung stammen.
  • Fragen Sie gezielt nach Produkten, die umweltfreundlich und ethisch gerecht hergestellt wurden.
    Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot!
Diese und weitere Informationen finden Sie im Magazin Münchner Stadtgespräche-Magazin Nr. 62 (Juli 2012).

Öko-Siegel erleichtern Ihnen das Erkennen nachhaltiger Kleidung

Nachfolgend zeigen wir Ihnen die wichtigsten Siegel bezüglich Textilien und Kleidung:

Siegel, die in dieser Rubrik dargestellt sind, überprüfen die gesamte textile Produktionskette − vom Anbau bis zum fertigen Kleidungsstück.

Die Baumwolle stammt aus kontrolliert biologischem Anbau, die Arbeiter werden fair behandelt und bezahlt und es werden keine giftigen Stoffe zur Bearbeitung der Kleidung angewandt. Selbstverständlich sind die Kleidungsstücke schadstofffrei, da sie in keinem der Arbeitsschritte mit Schadstoffen behandelt wurden.

Das Zertifikat Naturtextil IVN zertifiziert BEST und der Global Organic Textile Standard (GOTS) stellen derzeit die höchsten ökologischen und sozialen Kriterien an die Textilindustrie. Bevorzugen Sie diese Siegel:

 

ivn best naturtextilNaturtextil IVN zertifiziert Best− Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN)

Der Standard Naturtextil IVN zertifiziert Best (IVN Best) wurde im Jahr 2000 eingeführt und stellt die aktuell höchsten ökologischen und sozialen Kriterien entlang der gesamten textilen Produktionskette. Dabei nimmt IVN BEST sogar eine eingeschränkte Palette an Produkten in Kauf, wenn die strengen Auflagen nicht erfüllt werden können. Die Kriterien des Standard IVN Best liegt weit über der Gesetzgebung der Europäischen Union. Verbreitet ist das Siegel vor allem im europäischen Raum.

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Greensurance®-Meinung: Das Zertifikat Naturtextil IVN zertifiziert Best stellt die aktuell höchsten Kriterien an die Textilindustrie. Die Kriterien des Siegels IVN Best übertreffen dabei den Global Organic Textile Standard (GOTS). Gönnen Sie sich echte und hochwertigste öko-faire Kleidung mit dem Siegel Naturtextil IVN zertifiziert Best.

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Vergabekriterien nach Naturtextil IVN zertifiziert Best

Kontrolle
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  • Sämtliche am Herstellungsprozess beteiligten Betriebe werden einmal jährlich kontrolliert und zertifiziert. Auch unangemeldete Kontrollen können durchgeführt werden.

Das Kleidungsstück

  • Gewebe oder Gestrick müssen (ohne Zutaten wie Reißverschlüsse, Bündchen, Einlagen, Futter, Knöpfe etc.) zu 100% aus Naturfasernbestehen, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen.
  • Die Nutzung von Synthetikfasern ist verboten.

Landwirtschaftliche Rohstoffe

  • Die beim konventionellen Baumwollanbau meist üblichen hochgiftigen Entlaubungsmittel sind verboten, denn die Baumwolle für Naturtextil Best wird von Hand gepflückt.
  • Bei der Produktion tierischer Fasern wie Wolle und Seide gelten hohe Bio-Ansprüche wie: keine synthetischen Pestizid-Bäder der Schafe, artgerechte Tierhaltung und Bio-Futter.
  • Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) ist verboten.

Verarbeitung der Fasern

  • Die Positiv-Liste der zugelassenen Farben und Hilfsmittel ist noch kürzer als die für den GOTS. Beispielsweise wird für Kupfer bei den schwermetallhaltigen Farben keinerlei Ausnahmen mehr gemacht. Optische Aufheller sind verboten.

Der Soziale Standard

  • Hersteller verpflichten sich zur Einhaltung des geltenden Sozialstandards der ILO-Kernarbeitsnormen.

Zur Webseite des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN)

gots 1Global Organic Textile Standard (GOTS) − International Working Group on Global Organic Textile Standard

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) wurde im Jahr 2006 eingeführt. Er ist international als Siegel für ökologische Kleidung etabliert und stellt das einheitliche Label für ökologische Textilien dar. Der Global Organic Textile Standard stellt hohe ökologische und soziale Kriterien entlang der gesamten textilen Kette − vom Anbau bis zum fertigen Produkt. Bei Verbrauchern ist das GOTS-Siegel weniger bekannt und wird deshalb oftmals nicht im Produkt abgebildet.

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Greensurance®-Meinung: Der Global Organic Textile Standard (GOTS) stellt hohe ökologische und soziale Kriterien an die Textilindustrie. Gönnen Sie sich echte öko-faire Kleidung mit dem Siegel Global Organic Textile Standard.

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Vergabekriterien des Global Organic Textile Standards

Kontrolle

  • Sämtliche am Herstellungsprozess beteiligten Betriebe werden einmal jährlich kontrolliert und zertifiziert. Auch unangemeldete Kontrollen können durchgeführt werden.

Das Kleidungsstück

  • Jedes Produkt muss aus mindestens 90% Naturfasern bestehen, (wenn es das GOTS-Label tragen soll), höchstens 10% dürfen synthetische Fasern oder Viskose sein.
  • Unabhängig davon müssen insgesamt mindestens 70% der Fasern von Pflanzen oder Tieren aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft (kbA oder kbT) stammen.
  • Eine Michung gleicher Fasern aus Bio- und Nicht-Bio-Qualität ist nicht gestattet. Durch die Prozent-Vorgabe wird vielmehr die Herstellung von Mischgeweben ermöglicht, wie z.B. Baumwolle-Leinen.

Landwirtschaftliche Rohfasern54-2069186

  • Die beim konventionellen Baumwollanbau meist üblichenhochgiftigen Entlaubungsmittelsind verboten, denn die Baumwolle für GOTS wird von Hand gepflückt.
  • Bei der Produktion tierischer Fasern wie Wolle und Seide gelten hohe Bio-Ansprüche wie: keine synthetischen Pestizid-Bäder der Schafe, artgerechte Tierhaltung und Bio-Futter.
  • Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) ist verboten.

Verarbeitung der Fasern

  • GOTS führt in einer Positiv-Liste alle chemischen Zusätze auf, die überhaupt in die Herstellung einfließen dürfen.
  • Bei der weiteren Verarbeitung der Textilfasern (z.B. Färben, Bleichen, Bedrucken) dürfen nur gesundheitlich und ökologisch unbedenkliche Hilfsmittel angewandt werden. So sind beispielsweise giftige Schwermetalle (krebserzeugende Azo-Farbstoffe) und das Sandstrahlen von Denim, das das Leben der Arbeiter bedroht, im gesamten Produktionsprozess verboten.
  • Natürliche Farbstoffe und Hilfsmittel, die von bedrohten Spezies abstammen, die in der Roten Liste (IUCN) gelistet sind, dürfen nicht verwendet werden.

Der soziale Standard

  • Es werden geltende Sozialstandards nach den Kriterien der „International Labour Organisation“ (ILO) eingefordert – wie das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, Einhaltung des Arbeitsschutzes und der Vereinigungsfreiheit, Auszahlung gerechter Löhne und Abschaffung von Misshandlung und Diskriminierung

Der GOTS-Standard ist in 2 Qualitätsstufen erhältlich

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  • Mindestens 95 % der Fasern müssen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen
  • Erkenntlich an der Kennzeichnung »kbA / kbT« oder „Bio / Organic“

Labelstufe 2

  • Mindestens 70 % der Fasern müssen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen
  • Erkenntlich an der Kennzeichnung »hergestellt aus x % kbA / kbT Naturfaser«

Für eine korrekte Kennzeichnung muss zusätzlich der zugelassene Zertifizierer inklusive der Lizenznummer des Betriebes angegeben sein. Der Wortlaut lautet: »Zertifiziert durch …«

Zur Webseite der International Working Group on Global Organic Textile Standard

57-87186151Besonders in der Textilindustrie herrschen harte Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern. Die Arbeiterinnen und Arbeiter leben und arbeiten unter menschenunwürdigen

Baumwolle muss in vielen Schritten bearbeitet werden: Entkörnung, Weben, Färben oder Nähen sind nur einige der Schritte, die durchgeführt werden. Je mehr Arbeitsschritte und Firmen nötig sind, desto mehr Zwischenhändler sind beteiligt. Damit das Geld, das der Verbraucher beim Kauf eines Kleidungsstückes zahlt, den langen Weg bis zurück zu den Arbeiterinnen und Arbeitern im Erzeugerland findet, muss das Kleidungsstück fair gehandelt werden.

Was ist »Fairer Handel« bzw. »Fairtrade«?

Der Kurzfilm »Global.Fair − Fairtrade verbindet Menschen« (5:31 min) gibt Ihnen einen kurzen und dennoch umfassenden Überblick über den Fairen Handel (Fairtrade). Werfen Sie einen kurzen Blick in den aufschlussreichen Kurzfilm!

Seit 2005 sind Textilien aus Fairtrade-Baumwolle erhältlich. Heute gibt es weltweit mehr als 40 Baumwollproduzentengruppen, die von den Vorteilen des Fairhttp://greensurance.qfact.info/oeko-und-bio-siegel/lebensmittel/#1495113289783-4ebd1cd3-2af1en Handels profitieren – hauptsächlich in Indien und Westafrika. Die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Textilien steigt. Dennoch beträgt der Anteil der Fairtrade-Baumwolle bisher weniger als ein Prozent auf dem globalen Baumwollmarkt.

Im Jahr 2010 wurden weltweit mehr als 2,5 Millionen Textilien aus Fairtrade-Baumwolle gekauft – das entspricht sechs Prozent mehr als im Vorjahr 2009. Mit der gesteigerten Nachfrage nach nachhaltig produzierten Textilien steigt die Chance für Kleinbauern durch Fairtrade-Baumwolle ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern zu können. Die beliebtesten Fairtrade-Baumwoll-Produkte sind T-Shirts, die hauptsächlich in Europa verkauft werden. In Frankreich sind sogar die Postbeamten mit Uniformen aus Fairtrade-Baumwolle ausgestattet.

Diese und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite
Fairtrade Deutschland.

 

Fairtrade-Certified-Cotton – TransFair e.V.

##fairtrade## certified cottonIm Jahr 1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair e.V. seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Baumwoll-Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen durch den fairen Handel zu verbessern. Der Standard definiert und fördert hohe ethische Anforderungen an nachhaltig und fair produzierte Baumwolle. Als unabhängige Initiative handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern ist lediglich für die Vergabe des Fairtrade-Siegels zuständig.

 

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Greensurance®-Meinung: Greensurance® empfiehlt das Fairtrade-Certified-Cotton-Siegel als vertrauenswürdiges Siegel. Bevorzugen Sie fair gehandelte Produkte – besser noch fair gehandelte Bio-Produkte − bei Ihrem Einkauf. Vermindern Sie durch Ihren Einkauf den Raubbau an Mensch und Natur.

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Vergabekriterien nach Fairtrade-Certified-Cotton

Die drei Säulen des Fairtrade-Standards sind Ökonomie, Ökologie und Soziales:

Der Ökonomische Standard

  • Der Fairtrade-Standard schreibt für alle Produkte vor, dass ein Fairtrade-Mindestpreis ausgezahlt werden muss. Dieser Mindestpreis hilft dabei, die Kosten der nachhaltigen Produktion zu decken. Mit kostendeckenden Preisen können die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten verbessert werden. Daher wird Fairtrade oft als Strategie zur Armutsbekämpfung gesehen.
  • Neben fairen Preisen für die Produzenten, bekommt die Produzenten-Organisationen eine zusätzliche Zahlung − die Fairtrade-Prämie. Diese ist dafür bestimmt, gemeinsame soziale Projekte zu ermöglichen. Beispielsweise wird mithilfe der Fairtrade-Prämie in den Bau einer Schule oder der Wasserversorgung investiert.
  • Langfristige Handelsbeziehungen bieten den Produzenten Sicherheit und falls nötig eine Vorfinanzierung vor der Ernte, sodass Investitionen unabhängig vom Ernteertrag und von finanziellen Engpässen möglich sind.

Der Ökologische Standard

  • Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und bestimmte Substanzen (z. B. bestimmte Pestizide) sind verboten.
  • Fairtrade-Produkte müssen laut Vergabekriterien nicht biologisch angebaut werden. Dennoch wird der Anbau biologischer Produkte gefördert – beispielsweise durch höhere Fairtrade-Mindestpreise für Bio-Produkte.
  • Es wird auf die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, den Schutz der Wasserressourcen und die Bewahrung der Biodiversität geachtet.

Der soziale Standard

  • Die Arbeitsbedingungen müssen den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen.
  • Illegale Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung sind verboten.
  • Die Produzenten erhalten Versammlungsfreiheit. Gemeinschaftsprojekte werden gefördert.
  • Alle Mitglieder müssen demokratisch an den Entscheidungen der Organisation beteiligt werden und wenn möglich aktiv an ihr mitwirken.
  • Die Arbeitsbedingungen vor Ort werden verbessert. So müssen Sicherheit am Arbeitsplatz und eine kostenlose ärztliche Versorgung gewährleistet werden. Der Mutterschutz ist vertraglich geregelt.
  • Das Verbot des Einsatzes bestimmter Pestizide trägt neben dem Schutz der Umwelt auch zum Schutz der Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter bei.

Das Fairtrade-Siegel wird für 3 Jahre vergeben.

Die Organisationsstruktur hinter dem Fairtrade-Siegel

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Die Fairtrade Labelling Organizations International (FLO), die Dach-organisation der Fairtrade-Siegel, entwickelt die Vergabekriterien der Fairtrade-Siegel stetig weiter. Diese sind in den Bereichen Lebensmittel (u.a. Bananen, Kaffee, Schokolade, Kräuter & Gewürze), Baumwolle und Blumen zu vergeben.Geprüft werden die Standards durch ein unabhängiges Kontrollsystem nach ISO 65, der internationalen Qualitätsnorm für Zertifizierungsstellen. Die unabhängige Zertifizierungs-gesellschaft FLO-CERT überprüft vor Ort, ob die Fairtrade-Standards bei Produzenten und Händlern eingehalten und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards erfüllt werden. FLO-CERT zertifiziert Produzenten und Händler in über 70 Ländern nach den Fairtrade-Standards.

Kritik am Fairtrade-Siegel

In Deutschland kennen rund die Hälfte aller Konsumenten das Fairtrade-Siegel. Die meisten davon vertrauen dem Siegel. Dennoch gibt es kritische Ansichten gegenüber dem Fairtrade-Siegel: Häufig wird die fehlende Transparenz der Preiszusammensetzung der Fairtrade-Produkte kritisiert. Der Verbraucher kann auf den ersten Blick nicht erkennen, welchen Anteil am Mehrbetrag, den er im Vergleich zu herkömmlichen Produkten bezahlt, die Produzenten erhalten und welcher Anteil den Einzelhändlern zugute kommt oder Verwaltungskosten der Fairtrade-Organisation deckt.
Die von Fairtrade gezahlten Mindestpreise sind jedoch frei im Internet verfügbar und jedem öffentlich zugänglich. Zudem erfährt der Verbraucher bei keinem anderen Produkt im Supermarkt die genaue Preiszusammensetzung.

Zur Webseite Fairtrade Deutschland

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Die Siegel dieser Rubrik besitzen lediglich bezüglich der Produktion der Rohfasern Aussagekraft. Mögliche Rohfasern sind beispielsweise Baumwolle, Hanf, Leinen oder Schafswolle.

Allerdings sagen diese Siegel nichts darüber aus, ob und mit welchen Mitteln die Rohfasern und das spätere Kleidungsstück behandelt und verarbeitet werden. Die gesamte Palette an teils giftigen und krebserregenden Farbstoffen und Chemikalien darf nach der Ernte angewandt werden.

Dennoch ist der biologische Anbau der Rohfasern, allen voran der Baumwolle, ein entscheidender, erster Schritt hin zur nachhaltigen Baumwoll-Produktion. Für den Bio-Anbau von Baumwolle wird weniger Wasser verbraucht (Tröpfchenbewässerung). Und die Arbeitsbedingungen der Feldarbeiterinnen und Feldarbeiter verbessern sich entscheidend, da sie nicht mit giftigen Pestiziden arbeiten müssen. Durch das Baumwoll-Pflücken per Hand können mehr Arbeiter eingestellt werden.

Unterstützen Sie den Bio-Anbau der Baumwolle, indem Sie auf Bio-Siegel achten − bestenfalls mithilfe von Siegeln der gesamten textilen Produktionskette.

 

Das EU-Bio-Siegel – Europäische Kommission

eu blatt colour rgbDas EU-Bio-Siegel stellt den gesetzlichen Mindeststandard für biologisch erzeugte Lebensmittel und andere landwirtschaftliche Rohfasern wie Baumwolle und Schafswolle dar. Die Kriterien des EU-Bio-Siegels − auch bekannt als »Euro-Blatt« − gehen über den gesetzlichen Standard der konventionellen Landwirtschaft hinaus.
Die zertifizierten Textilfasern stammen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) und kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT). Das Zertifikat sagt allerdings nichts über das fertige Kleidungsstück aus – es enthält keinerlei Kriterien bezüglich einer umweltfreundlichen und ethischen Weiterverarbeitung und Behandlung der Fasern.

Greensurance®-Meinung: An diesem Siegel erkennen Sie Bio-Textilfasern auf den ersten Blick. Kaufen Sie Bio-Textilfasern zum Schutz der Menschen, der Tiere und der Umwelt. Bevorzugen Sie lieber noch echte, das heißt ganzheitlich, biologisch erzeugte Kleidung mit Siegeln der gesamten textilen Produktionskette.

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Vergabekriterien des EU-Bio-Siegels

Kontrolle

  • Mindestens einmal pro Jahr kontrollieren staatliche Öko-Kontrollstellen die landwirtschaftlichen Betriebe auf Einhaltung der EU-Vorschriften.

Feldbau

  • Auf künstliche, chemische Pestizide zum Pflanzenschutz wird verzichtet − stattdessen werden natürliche Schädlinge eingesetzt.
  • Leicht lösliche, chemische Düngermittel sind verboten − stattdessen verwendet der Landwirt Mist und Kompost.
  • Gentechnisch veränderte Organismen, Pflanzen und Tiere sind verboten.
  • Hochgiftige Entlaubungsmittel, die zur Ernte der Baumwolle eingesetzt werden, sind verboten. Bio-Baumwolle wird von Hand gepflückt.
  • Es wird eine abwechslungsreichere Fruchtfolge durchgeführt, die durch den Anbau verschiedener Pflanzen die Bodenfruchtbarkeit erhält und verbessert. Zugleich wird der Schädlingsdruck vermindert.

Tierhaltung

  • Es wird auf eine artgerechte Tierhaltung geachtet. Synthetische Pestizid-Bäder der Schafe sind nicht zugelassen.
  • Es werden 100 % Bio-Futter angestrebt.
  • Hormone und wachstumsfördernde Stoffe sind verboten. Antibiotika dürfen nicht präventiv, sondern nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden.

Soziale Standards

Eigene soziale Standards beinhaltet das EU-Bio-Siegel nicht. Es gelten die gesetzlichen Mindeststandards.
Dennoch wirkt sich die ökologische Landwirtschaft positiv auf die Lebensumstände der Kleinbauern aus: Sie erhalten höhere Preise für ihre Bio-Ware. Die Kleinbauern düngen ihre Felder mit umweltfreundlichem Mist und Kompost statt mit teuren chemischen Düngemitteln. Darüber hinaus wird ihre Gesundheit geschont, da die Landwirte keine gesundheitsgefährdenden, chemischen Pflanzenschutzmittel versprühen dürfen. Die vorgeschriebene Fruchtfolge ermöglicht es den Kleinbauern, neben Bio-Baumwolle weitere Bio-Produkte zur Ernährung ihrer Familie und für den Verkauf anzubauen. Auf diese Weise machen sie sich unabhängiger von den Erlösen der Baumwolle.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Beitrag
Gut informiert ist halb gewonnen.

Zur Webseite der Europäischen Kommission

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Siegel, die allein das gefertigte Kleidungsstück bewerten, garantieren beispielsweise die Schadstoff-Freiheit der Produkte. Bei der Betrachtung des Endprodukts völlig unbeachtet bleiben allerdings der Anbau der Rohfasern wie Baumwolle und die weitere Verarbeitung der Fasern. Im Verlauf der Produktion darf das Kleidungsstück mit der gesamten Palette an teils giftigen und krebserregenden Farbstoffen und Chemikalien behandelt werden.

Um Rückstände der eingesetzten Stoffe zu beseitigen, werden Kleidungsstücke heutzutage so häufig gewaschen, dass sich die Chemikalien und Schadstoffe aus der Kleidung lösen. Die vergifteten Abwässer gelangen ungereinigt in die Flüsse.

Achten Sie daher zusätzlich auf echte Bio-Siegel, die den Umweltschutz entlang der gesamten Produktionskette vorschreiben.

 

Öko-Tex Standard 100 −Internationale Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie

textiles vertrauen 100Der Öko-Tex Standard 100 wurde im Jahr 1992 als humanökologisches Label eingeführt. Das bekannte Siegel prüft das fertige Kleidungsstück hinsichtlich der enthaltenen Schadstoffe. Bezüglich des Anbaus und der Verarbeitung der Textilfasern stellt es keine Anforderungen.

Greensurance®-Meinung: Das Siegel Öko-Tex Standard 100 garantiert schadstofffreie Kleidung und Textilien. Es ist allerdings kein Bio-Siegel. Grüne Gentechnik und verschiedenste Chemikalien sind bei der Herstellung erlaubt. Achten Sie daher zusätzlich auf ein Bio-Siegel, das den Schutz der Mitmenschen und der Umwelt garantiert.

Mehr Infos anzeigen

Vergabekriterien des Öko-Tex Standard 100

Grenzwerte der Schadstoff-Rückstände:

  • Der Öko-Tex Standard 100 berücksichtigt ausschließlich die Einhaltung der Rückstandsgrenzwerte gesundheitsgefährdender Stoffe im Endprodukt.
  • Die Grenzwerte gehen nur geringfügig über gesetzliche Anforderungen hinaus. Daher ist das Siegel leicht umsetzbar.

Zertifiziert werden Textil- und Lederprodukte, Matratzen, Heimtextilien, etc.

Zur Webiste des Öko-Tex Stanard 100

Lieber Greensurance®-Kunde, die ausführliche Darstellung der Siegelkriterien befindet sich derzeit in Arbeit.